Baubericht Weidezaun / Pferdekoppel!! 

 

Vorbild:
Wenn man draußen unterwegs ist, dann wird man immer wieder auf Weidezäune treffen. Alleine die Elektro-Weidezäune sehen auf den ersten Blick oft sehr ähnlich aus, doch unterscheidet sich fast jeder Weidezaun vom anderen.

Beginnen möchte ich mit den Elektroweidezäunen. Diese Zäune bestehen aus Kunststoffpfählen, die im Bodenbereich eine Trittfläche haben, um sie besser in den Boden treten zu können. Jedoch scheinen diese Kunststoffpfähle nicht sehr stabil zu sein. Fast jede Weide die mit diesen Pfählen bestückt ist, hat zusätzlich an den Ecken und so ca. alle 15m einen Holzpfahl. Dieser Holzpfahl ist auf Lebenszeit fest im Boden verankert und trägt zur Stabilität des Zauns bei. An diesem Holzpfahl ist meistens ein Kunststoffpfahl angebunden, der dann in der Regel sehr stabil steht. Die Pfosten (sowohl Holz, als auch Kunststoff) schätze ich auf eine Höhe von 1,50m. Gemessen habe ich nicht.

Zwischen den Pfählen ist dann ein breites weißes Band gespannt, durch das der Strom fließt. An irgend einer Stelle der Weide befindet sich dann die Stromquelle. Gerne wird diese in einem Holzkasten versteckt.

Auch Solar betriebene Zäune soll es schon geben, ich habe aber selbst noch keine gesehen.

Damit man keinen Stromschlag bekommt, wenn man den Weidezaun öffnen will, gibt es Torgriffe. Diese Griffe sind isoliert und man kann damit ein Stück des Zauns öffnen, ohne einen Schlag zu bekommen.

Als nächstes Vorbild habe ich einen Weidezaun ausschließlich mit Holzpfählen gewählt. Will man an diesen Holzpfählen ein Elektroband spannen, so braucht man zusätzlich Isolatoren. Diese sind schwarz und werden ins Holz geschraubt. Das Elektroband wird dann durch die Isolatoren durchgeführt. Für die Stromquelle gilt gleiches wie im oberen Text.

Zu guter letzt habe ich mich noch einem Holzzaun gewidmet, der aus Holzpfählen und Holzlatten besteht. Diese Art von Zäunen trifft man oft in einem sehr maroden Zustand an, aber ich habe auch schon gegenteiliges gesehen.

Manchmal ist zusätzlich noch ein Elektroband eingespannt, ob das aber unbedingt nötig ist, weiß ich nicht.

 

Modell:

Ich habe zwei Weidezäune gebaut.
Elektrozaun mit Kunststoffpfählen.

Zuerst habe ich begonnen mit der Dremel kleine Löcher in meine Landschaft zu bohren. Diese Löcher habe ich ca. alle 4cm gebohrt. Ich kann euch nur raten, dass ihr das nicht zu regelmäßig machen solltet, weil das sonst nicht echt wirkt. Habe also das Linial nur sporadisch daneben liegen gehabt und habe mehr oder weniger frei Hand die Löcher gesetzt.

Den Staub vom Bohren sollte man nicht gleich weg machen, denn sonst findet man nachher die Löcher nicht mehr!!!!

Ich habe dann von einer Drahtrolle kleine Stücke abgeschnitten. Diese Stücke habe ich als Pfosten genommen und mit Klebstoff (Weisleim) in die gebohrten Löcher gesteckt. Dann habe ich die Pfosten mit weißer Revell Farbe angemalt (Revell SM 301).

Das ging recht gut. Nachdem die Pfosten getrocknet sind, kann man den Bohrstaub absaugen.

Nun kommt ne schlimme Arbeit, denn es geht ans Elektroband spannen.

Ich habe dafür weißen Garn genommen und diesen um jeden einzelnen Pfosten einmal herum gewickelt. Damit da ja nicht wieder was auseinander geht, habe ich das Band mit einem Tropfen Klebstoff fixiert. Das ist echt keine schöne Arbeit.

Auch die Holzpfosten in den Ecken der Weide habe ich berücksichtig und ich habe diese auch angebunden.

Holzzaun

Nun geht es an meinen Holzzaun der etwas einfacher zu bauen ist, als der Elektrozaun. Auch hier habe ich wieder die Löcher mit dem Bohrer in meine Landschaft gebohrt und auch hier habe ich wieder den Abstand 4cm gewählt. Jedoch habe ich diesmal regelmäßiger gebohrt, weil so ein fester Zaun der ja auch ortsgebunden ist und meist mit sehr viel mehr Mühe errichtet wird. Das Holz für den Zaun habe ich ausschließlich aus dem Garten. Bin so lange durch unseren Garten gewandert, bis ich das passende Holz gefunden hatte. Zum Glück war es auch Todholz und so musste ich wenigstens keinen Busch oder gar einen Baum umlegen.

Ich habe dann die Pfähle in die Löcher geklebt und daran die Latten befestigt. Es ist wichtig das man darauf achtet, die Pfähle dicker zu wählen, als die Latten. Es war nicht immer einfach den passenden Zweig zu finden und es gab auch viel Verschnitt, aber ich denke es sieht trotzdem ganz gut aus.

Die Stellen die im Zaun noch zu öffnen gehen sollen, habe ich wieder mit weißem Elektroband nachgebildet, wobei durch dieses Band kein Strom fließen soll.

Ich weiß, ich bin ganz schön leichtsinnig, aber man sollte auch mal ein bisschen Vertrauen in die Tierwelt setzen, es wird wohl hoffentlich niemand ausbüchsen.

Diese Öffnungen können natürlich auch mit Holzlatten oder gar mit Holztoren geschlossen werden. Alles ist möglich.

Als Schlusswort möchte ich noch sagen:
„Erlaubt ist, was gefällt.“ „Meine beiden Zäune sollen eine Anregung für euch sein!!!“
Gerade der Elektrozaun ist ne Geduldsaufgabe (fast ein Geschicklichkeitsspiel).

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbauen, Stefan

(Baubericht von Stefan B. für Modell-Trecker.de)

 

Danke für die Bilder.

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